17. August 2026 · 5 Min.

Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026: Zeiten und Sichtbarkeit

In der Nacht vom 27. auf den 28. August 2026 verdeckt der Erdschatten 93 % des Monddurchmessers.

Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026: Zeiten und Sichtbarkeit

In der Nacht vom 27. auf den 28. August 2026 taucht der Mond tief in den Schatten der Erde. Formal ist es eine partielle Mondfinsternis — aber nur knapp: im Maximum verdeckt der Kernschatten 93 % des Monddurchmessers. Übrig bleibt eine schmale helle Sichel an einem Rand, der Rest der Scheibe färbt sich kupferrot.

Es ist die letzte sehenswerte Mondfinsternis für längere Zeit: die beiden Finsternisse des Jahres 2027 sind Halbschattenfinsternisse und mit dem Auge kaum wahrnehmbar.

Die Zeiten

Phase UTC MESZ (Deutschland, Österreich, Schweiz) New York (EDT)
Eintritt in den Halbschatten 01:24 03:24 21:24 (27.)
Beginn der partiellen Phase 02:34 04:34 22:34 (27.)
Maximum — 93 % verdeckt 04:13 06:13 00:13
Ende der partiellen Phase 05:52 07:52 01:52
Austritt aus dem Halbschatten 07:02 09:02 03:02

Die partielle Phase dauert 3 Stunden und 18 Minuten — eine der längsten dieses Jahrzehnts. Die Halbschattenphasen am Anfang und Ende sind unauffällig; sichtbar wird es erst, wenn der Mond den echten Kernschatten berührt.

Was in Mitteleuropa zu sehen ist

Eine Mondfinsternis ist überall dort sichtbar, wo der Mond über dem Horizont steht. Da ein verfinsterter Mond immer voll ist, geht er etwa mit Sonnenaufgang unter — und daran entscheidet sich alles.

Bei uns beginnt die partielle Phase um 04:34 MESZ. Danach wandert der Schatten sichtbar über die Scheibe, während der Mond immer tiefer im Westen steht und der Himmel heller wird. Wie viel davon Sie mitbekommen, hängt vom Standort ab:

  • Westen und Süden — Köln, Hamburg, München, die Schweiz. Die besten Bedingungen im deutschsprachigen Raum: der Mond bleibt bis etwa 06:30 über dem Horizont, das Maximum um 06:13 lässt sich also noch erwischen — eine tiefrote Scheibe knapp über dem Westhorizont in der Morgendämmerung.
  • Osten — Berlin, Dresden, Wien. Hier geht der Mond rund 15 Minuten früher unter, gegen 06:00 bis 06:10, also praktisch im Moment des Maximums. Rund 90 % Verdeckung sind zu sehen, den letzten Rest verschluckt der Horizont.

Entscheidend ist dabei die geografische Länge, nicht der Nord-Süd-Abstand: je weiter westlich Ihr Standort, desto später geht der Mond nach der Uhr unter und desto mehr sehen Sie.

In beiden Fällen brauchen Sie freie Sicht nach Westen — Balkon, Brücke, Feldrand oder Anhöhe. Die genaue Monduntergangszeit für Ihren Ort finden Sie auf der Mondseite; zwanzig Minuten machen hier den Unterschied.

Weltweit:

  • Nord- und Südamerika — die Finsternis komplett, bei hoch stehendem Mond und völlig dunklem Himmel. Die besten Plätze der Erde in dieser Nacht.
  • West- und Nordafrika, Westeuropa — großer Teil inklusive Maximum.
  • Ostasien, Australien — nicht sichtbar, dort ist Tag.

Was dabei passiert

Der Mond leuchtet nicht selbst, er reflektiert Sonnenlicht. Steht die Erde genau zwischen Sonne und Mond, wirft sie einen Schattenkegel ins All, und der Mond zieht hindurch.

Ganz verschwinden tut er trotzdem nicht. Ein Teil des Sonnenlichts wird in der Erdatmosphäre gebrochen, die blaues Licht streut und rotes durchlässt. Was den verfinsterten Mond erreicht, ist das rötliche Licht aller Sonnenauf- und -untergänge der Erde in diesem Moment zusammengenommen. Deshalb wirkt der Schattenteil kupferfarben statt schwarz.

Ein Detail dieser Finsternis: der Mond hat am 22. August sein Apogäum durchlaufen, steht also nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn. Die Scheibe erscheint etwas kleiner als im Durchschnitt — ein "Mini-Mond", das Gegenteil eines Supermonds.

So beobachtet man richtig

Eine Mondfinsternis ist das anspruchsloseste Ereignis der Astronomie. Ausrüstung braucht es nicht, der Blick zum Mond ist völlig ungefährlich (anders als bei einer Sonnenfinsternis), und Lichtverschmutzung spielt kaum eine Rolle — der Mond überstrahlt jede Stadt.

  • Mit dem Auge. Es genügt, den richtigen Himmelsausschnitt zu sehen. Veränderungen erkennt man innerhalb von 10–15 Minuten.
  • Mit dem Fernglas. Es verstärkt die Farbe: erst so sieht man, dass der Schatten nicht schwarz, sondern rotbraun ist und gegen die Mitte hin dunkler wird.
  • Mit der Kamera. Stativ ist Pflicht. Für die verdunkelte Scheibe mit ISO 800–1600 und 1/2–2 Sekunden anfangen und von dort variieren. Am Handy den Nachtmodus einschalten und das Gerät auflegen — freihändig wird der Mond nichts.
  • Wolken sind das einzige echte Risiko. Öffnen Sie ein bis zwei Tage vorher die Astro-Wettervorhersage: Bewölkung nach Schichten und eine Bewertung der Nacht von 0 bis 100. Dünne hohe Wolken machen einer Mondfinsternis nichts aus.

Praktischer Tipp: einmal zu Beginn der partiellen Phase hinausgehen und vierzig Minuten später noch einmal. Diese Veränderung macht aus einer Finsternis ein Erlebnis und nicht bloß eine Meldung.

Die nächste Mondfinsternis

Diese Finsternis beendet eine gute Serie — drei totale Mondfinsternisse zwischen 2025 und 2026. Danach wird es ruhig:

  • 20./21. Februar 2027 und 17. August 2027 — Halbschattenfinsternisse. Der Mond streift nur den äußeren Schatten; die Verdunkelung zeigt sich eher auf Fotos als am Himmel.
  • 12. Januar 2028 — partiell, sichtbar in Amerika, Europa, Afrika und Westasien.
  • 6. Juli 2028 — partiell, etwa 39 % der Scheibe, sichtbar in Asien und Australien.
  • 31. Dezember 2028totale Mondfinsternis mit 71 Minuten Totalität, vollständig sichtbar in Osteuropa, Asien und Australien.

Und der große Termin dazwischen: am 2. August 2027 zieht eine totale Sonnenfinsternis über Südspanien, Gibraltar und Nordafrika — über sechs Minuten Totalität, eine der längsten des Jahrhunderts.

Bis dahin am Himmel

  • 4. Oktober — Saturn in Opposition: die ganze Nacht sichtbar und heller als an jedem anderen Abend des Jahres. Die Ringe zeigt schon ein kleines Teleskop.
  • 8./9. Oktober — die Draconiden bei praktisch mondlosem Himmel. Ein unberechenbarer Strom, der gelegentlich kurze Ausbrüche zeigt. Welche Sternschnuppen heute zu sehen sind, lässt sich jeden Tag nachsehen.
  • 15./16. November — Mars und Jupiter stehen 1°12′ auseinander im Löwen: zwei helle Punkte nebeneinander vor Sonnenaufgang, mit dem Auge sichtbar.
  • 14./15. Dezember — die Geminiden, der stärkste Strom des Jahres (bis zu 150 pro Stunde), und 2026 geht der Mond in der Maximumsnacht früh unter.

Mit der App AstroTools müssen Sie nichts davon selbst rechnen: Mondauf- und -untergang für Ihren genauen Standort, Finsterniskalender, Bewölkung nach Schichten für die nächsten Nächte und eine Benachrichtigung vor dem Ereignis — vom Maximum eines Meteorstroms bis zum Überflug der ISS.

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